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Was sollte ich bei der Präsentation beachten?
Die Präsentation braucht eine Zielgruppe
Das -meiner Meinung nach- wichtigste, was ich zur Präsentation sagen kann, ist, dass die Prüfer sehen wollen, dass du auf eine bestimmte Zielgruppe eingehen kannst. Das soll heißen, du kannst deine Prüfung so gestalten, dass sie genau eine von dir vorher definierte Zielgruppe anspricht. Bevor du mit der Präsentation beginnst, teilst du dem Prüfungsausschuss mit, welche Rolle er einnehmen soll.
Klingt vielleicht jetzt etwas kompliziert, deswegen zwei Beispiele:
Zielgruppe “Potentielle Käufer”
Angenommen, du hast in deinem Projekt eine Software programmiert, die Webserver-Logfiles einliest und grafisch auswertet. Diese Software möchtest du jetzt auf den Markt bringen, da sie viel leistungsfähiger, schneller und detaillierter ist, als alle anderen Produkte, die aktuell auf dem Markt sind.
In diesem Fall teilst du den Prüfungsausschuss mit, dass er die Rolle von Interessierten und potentiellen Käufern einnehmen soll.
Bei der Erstellung der Präsentation solltest du dich also fragen: Was wollen potentielle Käufer von meinem Produkt wissen?
Diese Frage sagt dir schon genau, was deine Präsentation beinhalten muss!
Du wirst also informieren und sagen,
- was dein Produkt leisten kann,
- was der Käufer für einen Vorteil davon hat, wenn er das Produkt einsetzt,
- was es den Käufer kostet, die Software einzusetzen,
- warum der Käufer ausgerechnet dein Produkt einsetzen soll,
- …
Ich könnte mir vorstellen, dass für diese Zielgruppe vor allem ein bis zwei Screenshots interessant sind. Ob man die in die Präsentation einbaut, kann man sich überlegen, man sollte sie aber bereit halten, denn es könnte die Frage kommen: “wie sieht so eine grafische Auswertung denn aus?”
Zielgruppe “Anwender”
Natürlich muss eine Präsentation des Logfile-Analyse-Programms (um bei dem obigen Beispiel zu bleiben) speziell für die Zielgruppe der Anwender anders aussehen. Einen Anwender interessiert es nicht, was die Software kostet, er will schlicht und einfach wissen:
- Wie bediene ich die Software?
- Wo finde ich den einen oder anderen Menüpunkt?
- Wo muss ich was eingeben, damit ich das gewünschte Ergebnis bekomme?
- Wo finde ich Hilfe, wenn ich nicht weiter weiß?
- …
In diesem Beispiel bietet sich evtl. eine Vorführung der Software an. Man sollte aber immer im Hinterkopf haben, je mehr Technik man bei der Präsentation einsetzen will, desto fehleranfälliger ist man, wenn die Technik mal nicht mitspielt (man erinnere sich an die Microsoft-Präsentation von Windows 98 am 20.04.1998, siehe Video).
Einzusetzende Technik (Overhead-Projektor vs. Beamer)
Die bringt mich auf einen weiteren Tipp:
Powerpoint-Präsentationen mit Beamer sind zwar schöner anzusehen, als Präsentationen mit Folie und/oder Flipchart, aber dafür fehleranfälliger. Man sollte unbedingt darauf achten, dass man einen funktionsfähigen Beamer zur Prüfung mitbringt, denn nicht bei jeder IHK stehen Beamer in den Prüfungsräumen zur Verfügung. Um für den Fall der Fälle vorbereitet zu sein, sollte man seine Powerpoint-Präsentation auch noch einmal auf Folie dabei zu haben, falls die Birne im Beamer versagt, oder sonstige technische Pannen auftreten, denn ein Overhead-Projektor befindet sich normalerweise immer im Prüfungsraum.
Da ich nicht auf die Technik vertraute, habe ich meine Präsentation mit Overhead-Projektor und Flipchart durchgeführt. Ich will damit sagen, dass man für eine sehr gute Note, nicht zwingend die neuesten Techniken einsetzen muss.
Einhaltung der Zeitvorgabe: Training
Die Präsentation sollte natürlich die vorgegeben 15 Minuten weder groß unter- noch groß überschreiten. Es bietet sich an, die Präsentation schon einmal vor den eigenen Kollegen zu üben, in dem man die Prüfungssituation einmal simuliert. Die Kollegen sollen dann Fragen in der Rolle, der ihnen zugedachten Zielgruppe stellen. Oft werden Fragen gestellt, an die man vorher noch nicht gedacht hat. Man kann sich dann entscheiden, die Präsentation nochmal zu überarbeiten oder -wie es bei mir aus Zeitgründen der Fall war- die Fragen bewusst offen zu lassen und sich trotzdem auf sie vorbereiten. In diesem Fall kann man dann die Prüfer überraschen, wenn man auf ihre Fragen sogar ein paar Folien bereit hat oder etwas zur Erklärung an das Flipchart anmalt.
Vorbereitung vor Ort
Es ist außerdem sehr wichtig, dass man sich vor Beginn der Prüfung davon überzeugt, dass auch wirklich alles von den Plätzen der Prüfer aus gut lesbar und sichtbar ist. Du solltest also keine Angst haben, dich vor der Prüfung kurz hinter die Prüfer zu stellen um zu checken, ob alles gut sichtbar ist. Am besten du legst eine Titelfolie auf (so wie in meiner Präsentation) mit der kannst du dann überprüfen, ob alles gut lesbar ist, und verrätst damit noch nicht zuviel über deine Präsentation.
Aufbau der Folien
Ein letzter Hinweis, der mir während den unzähligen Präsentationen in der Berufsschule aufgefallen ist:
Einige Leute meinen, sie müssten Folien oder Powerpoint-Präsentation mit ganzen Romanen versehen, die sie dann einfach nur ablesen. Das ist meiner Meinung nach ein sehr schlechter Präsentationsstil. Auf die Folien gehören nur die Schlagwörter, Bilder und Grafiken, mehr nicht! Wer einen kompletten Text schreibt kann sich sicher sein, dass den niemand liest. Außerdem wird dabei zumeist die Schrift so klein gewählt, dass es nicht jeder lesen kann, ein klassisches Eigentor also.
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