Da hier letztens ein paar
Kollegen
mit dem Märchen erzählen angefangen haben, mache ich das auch mal. Hintergrund ist der, dass ich eigentlich nicht darüber bloggen soll, aber es dennoch gerne tun möchte, weil ich mich über sowas aufregen und ärgern kann.
Es war ein Mal ein junger Mann, der im Sommer des Jahres 2002 ein Forum unter einer deutschen Topleveldomain eröffnete. Dieses Forum konzentrierte sich auf ein Hobby, welchem viele Leute in Deutschland nachgehen und nicht nur dem Hobby selbst, sondern auch insbesonderen den Materialien, die man dazu benötigt. Als Domainname benutzte der junge Mann eine Kombination aus der Abkürzung des Hobbies und dem Wort “Forum”.
Ein kleiner Schüler, der gerne Homepages baute und in Foren aktiv war, registrierte sich im Spätsommer die gleichnamige com-Domain, die der obige Herr entweder nicht wollte, vergessen hatte zu registrieren oder die dem Rotstift zum Opfer viel. Den Domainnamen deutete der Schüler allerdings ganz anders, denn die Abkürzung stand für ihn nicht für das Hobby, sondern für etwas allgemeines. Deshalb erstellte er ein Forum in dem man über alles mögliche diskutieren konnte.
Fast zeitgleich gingen also die Foren online, allerdings blieb die Plattform unter der com-Domain ein Hobby des Schülers aus dem inzwischen ein Student geworden ist, während die Website unter der de-Domain immer erfolgreicher wurde. So erfolgreich, dass der de-Forenbetreiber im Februar 2005 beim Patentamt eine Anmeldung für eine Wort-/Bildmarke eingereicht hat, die dann im August des gleichen Jahres eingetragen und einen Monat später veröffentlicht wurde.
Über 5 1/2 Jahre passierte gar nichts, man existierte nebeneinander her und keiner nahm dem anderen was weg. Wahrscheinlich kannten die beiden Herren lange Zeit noch nicht einmal die Websites des anderen. Nun aber kam der de-Forenbetreiber auf die Idee, sich die com-Domain unter den Nagel zu reißen und schrieb dem Studenten deshalb vor kurzem einen Brief in dem er die Domain-Herausgabe forderte. Als Gründe gab er an, dass er das stärkere Recht an der Domain hätte, denn schließlich würde er im Besitz der Marke sein.
Der Student schrieb zurück, dass er die Domain nicht herausgeben wolle und dass die Marke erst 2005 eingetragen wurde, er aber seit 2002 im Besitz der Domain wäre und darüber hinaus noch ein paar weitere Gründe, die seiner Meinung nach gegen eine solche Zwangsenteignung sprächen. Doch all das war dem erfolgreichen de-Betreiber egal. Er wollte die Domain und so erhielt der Student nun Post von einem Anwalt mit Fristsetzung und Kosten im vierstelligen Eurobereich. Außerdem solle er die Domain unverzüglich freigeben.
Tja… und wie die Geschichte ausgeht… Schaun mer mal…
Was mich daran ärgert ist, dass ich mir sicher bin, dass der de-Besitzer weiß, dass sein Gegenüber nicht die finanziellen Mittel besitzt, um das vor Gericht durchzufechten. Jahrelang interessiert ihn die com-Domain nicht und jetzt auf einmal will er sie haben. Warum hat er sie sich nicht gleich 2002 registriert, wenn sie ihm so wichtig erschien?! *kopfschüttel*












Gerald Steffens
erzähl mal was genaueres.
Olli
Und bei der deutschen Rechtssprechung kann man sich nicht wirklich sicher sein, was am Ende herauskommt. Meinem Bauchgefühl nach sollte der Schüler bzw. Student Recht bekommen.
Luftgucker
Texte die sich hinter Märchen verstecken
finde ich eine originelle Idee.
Ist mal was anderes.
Pepino
So lange keine Marke verletzt wird und der Betreiber der com-Domain nur private unkommerzielle Dinge drauf hat, sehe ich keinen Grund, daß da was enteignet werden sollte/könnte.
Jana
Manche sind eben nur auf Profit aus, ohne Rücksicht auf andere. Der wollte bestimmt erstmal warten, bis die Domain ein wenig aufgearbeitet wurde um mehr rauszuholen. Echt eine Frechheit. Kann man da nichts machen? Hat der Stundent denn auch mal einen Anwalt gefragt?
Blue
Also ich muss schon sagen, es ist doch immer wieder erstaunlich was sich manche Menschen aus Unwissenheit oder Arroganz alles leisten.
Der Besitzer der .com-Domain kann nicht enteignet werden. Da kann sich der.de Besitzer auf den Kopf stellen. Wenn der Student nicht will dann bekommt der andere auch nichts.
Anders sieht es bei dem Markennamen aus. Ich weiß zwar nicht inwiefern sich die Namen ähneln, allerding könnte es sehr schlecht aussehen wenn die Namen identisch sind. (.de oder.com spielt dabei keine Rolle)
Der Name war zunächst nicht geschützt was niemandem Rechte gab. Als der eine sich den NAmen patentieren und schützen lies hat er sich die Rechte an dem Namen gekauft. Dementsprechend kann er dem Studenten sagen dass dieser den NAmen auf seiner HP ändern muss. Der Student muss zwar nicht die Domain ändern – kann er so ja auch gar nicht- aber die Texte auf der Website muss er ändern. Da gibt es aber auch Mittel und Wege sowas unauffällig zu halten
Naja, wie dem auch sei, ist auf jeden FAll jemand der seinen Willen mit Druck durchsetzen möchte und sowas ist mal echt fürn A….
Grüße
Euer Blue