Daniel Rüd

Der “Suchmaschinenoptimierung - Formel 1″-Vergleich

Ihr werdet euch jetzt sicher fragen, was Suchmaschinenoptimierung mit der Formel 1 zu tun hat, aber ich bin der Meinung, dass beide Disziplinen unglaublich viel gemeinsam haben.

Das fängt alleine schon damit an, dass man im Vorfeld einer neuen Weltmeisterschaft nicht vorhersagen kann, wer den Weltmeistertitel gewinnen wird; genauso kann man auch bei der Suchmaschinenoptimierung nicht vorhersagen, wer auf den vordersten Plätzen der umkämpften Gebiete zu einem bestimmten Zeitpunkt stehen wird. Garantien  für den ersten Platz sind deshalb meines Erachtens immer unseriös.

Wer sich im Formel1-Zirkus entsprechend auskennt, der weiß, welche Budgets die einzelnen Teams zur Verfügung haben, wie die Teams in der Vergangenheit abgeschnitten haben, welche Veränderungen es gab und welche Fahrer im Cockpit sitzen. Aufgrund dieses ganzen Wissens lassen sich Vorhersagen treffen, welche Rennställe und welche Fahrer gute Chancen auf das Siegertreppchen haben. Ein guter  Suchmaschinenoptimierer  kennt die Konkurrenz genauso gut, weiß genau, was die alles unternehmen und kann deshalb auch ungefähr sagen, wo seine eigenen Seiten oder die seiner Kunden landen werden. Daraus kann er natürlich auch ableiten, was er alles noch verbessern muss um mit der Konkurrenz mithalten zu können.

Allerdings bleibt bei allen Kenntnissen und Wissen trotzdem ein unbekannte Komponente. Bei der Formel1 kann das beispielsweise das Wetter sein; mal regnet es, mal ist es drückend heiß. Je nach Wetterlage reagieren einige Boliden besser, einige schlechter und vor allem die Fahrer kommen mit unterschiedlichen Bedingungen auch unterschiedlich zurecht. Auch bei der Optimierung gibt es unbekannte Komponenten: zum Beispiel drehen Google und Co. ab und zu an kleinen Schrauben und ändern die Gewichtung einiger Faktoren und Filterregeln. Das sind zwar seltenst gravierende Änderungen, aber bei so einer Sportart am Limit, also analog der Optimierung in hart umkämpften Bereichen, macht es schon eine ganze Menge aus, wenn der Boden nicht mehr trocken ist, sondern feucht oder wenn es statt 45° nur 40° Celsius Steckentemperatur sind.

Ich will damit sagen, dass bei Suchmaschinenoptimierung keine 100%igen Voraussagen getroffen werden können und jeder Firma, die eine Optimierung in Auftrag geben möchte, sollte bewusst sein, dass damit auch ein gewisses Risiko verbunden ist. Ferrari hat zwar mit 310 Millionen Euro  das meiste Geld im F1-Zirkus ausgegeben, trotzdem wurde Renault mit 10% weniger Budget  Weltmeister.

Man sollte deshalb darauf achten, dass man sich Leute in das Team holt bzw. Leute beauftragt, die über genug Erfahrung und Wissen verfügen und den nötigen Einsatz bringen. Nur wer ein gut harmonierendes Team auf die Beine stellt, hat die besten Chancen auf den 1.Platz, den Titelgewinn. Ein solches Team lässt sich allerdings nicht von heute auf morgen aufbauen, das braucht seine Zeit. Auch BMW Sauber mit einem hohen Budget von 250 Mio. Euro  wird nicht gleich im zweiten Jahr auf Weltmeisterschaftskurs sein; allerdings wird sich diese Aufbauarbeit in den nächsten Jahren in entsprechend gute Platzierungen auszahlen.

Das Beispiel zeigt vor allen Dingen, dass Suchmaschinenoptimierung eine langfristige Arbeit ist mit laufenden Kosten und dass gute Resultate erst nach einer längeren Zeit sichtbar sind. Das sollte jeder bei seiner SEO-Planung berücksichtigen.

Und jedem sollte klar sein: mit einmalig 99,- EUR eine Seite nach vorne zu bringen ist absolut nicht drin!

Veröffentlicht: Mittwoch, den 28.Februar 2007

Kommentare zu diesem Blogposting

  1. 10. Mai 2007, 16:55 Uhr

    Chris

    Wir haben da einen gemeinsamen Gedanken. Häufig verwende ich bei Erstgesprächen mit Neukunden den Vergleich mit der Formel 1. Spätestens wenn ich “…wenn Sie in der Formel 1 ganz vorne mitmischen möchten, genügt eben nicht nur ein einfacher VW-Motor und ein bisschen Drechen am ein paar Schrauben…” erwähne, fällt der Groschen und die Debatte über das Sparen bei der SEO ist beendet.
    Schön sowas auch mal von anderer Seite gehört zu haben.

    Übrigens, dein Design ist echt top. Meine Site bräuchte dringend was Neues. Würde mich über einen Kontakt sehr freuen.

    Beste Grüße, Chris

  2. 17. Mai 2007, 06:32 Uhr

    Jochen

    Platz 1 ist eventuell gar nicht so optimal. Wir hatten uns an der Uni mal mit Ergnonomie von GUIs auseinandergesetzt und anhand eines Tests mit 20 Testpersonen festgestellt, dass grade bei einer Google Ergebnisseite der erste Rang nicht unbedingt der beste ist, sondern eher der dritte bis fünfte. Nur sobiel: Das Auge bewegt sich eher zentrisch und verbunden mit einem ansprechenden Titel war in unserem Test das Ergebnis eindeutig. Naja, 20 Testpersonen sind zwar nicht gerade repräsentativ, aber immerhin ein Anhaltspunkt….

  3. 20. Mai 2007, 22:01 Uhr

    Thomas (Immobilien Mallorca)

    Sehe ich vollkommen anders. Platz 1 und die Werbung über Platz 1 sind die optimalen Positionen. Das beweisen verschiedene Eyetracking-Studien wie hier zB.:
    http://blog.suchmaschinen-optimierungen.info/wie-google-ergebnisse-wahrgenommen-werden 

  4. 21. Mai 2007, 09:41 Uhr

    Daniel Rüd

    @Thomas
    Nicht jeder kommerzielle Suchbegriff listet über den organischen Ergebnissen noch weitere Adwords-Anzeigen.

    Da fängt nämlich wieder die Grundsatzdiskussion an, ob SEO oder SEM der richtige Weg ist. Die Mischung macht es meiner Meinung nach. Vor allem sollte man SEO eher mit einer PR-Maßnahme vergleichen, die langfristig angelegt ist und wo man den Erfolg meist erst viel später messen kann. Im Gegensatz zu SEM, wo man sofort in “gute” Positionen gelangt und durch Tracking genau sagen kann, welcher Klick auf die Adsense-Werbung zum Lead geführt hat.

    BTW: bei umkämpften Bereichen ist es auch nicht gerade einfach auf den oberen drei Adwords-Plätzen zu landen. Da gehört inzwischen auch mehr dazu, als einfach das meiste zu bieten.

  5. 16. Juni 2007, 15:22 Uhr

    Chris

    Wir haben uns in der Unternehmensberatung auch mit dem Thema befasst.
    Es wurde auch eine Veranstalltung mit 45 Leuten durchgeführt im Bezug auf welche Plätze man ehr anklickt unter den TopTen.
    Eindeutig hat Platz 3 gewonnen, da er meistens auf Augenhöhe dagestellt wurde.

    Fazit: Manchmal ist es besser nicht erster zu sein ;)

 

Neuen Kommentar abgeben