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27. Juni 2007, 17:16 Uhr





Suchmaschinenoptimierung: SEO-Methoden - Teil I

Angespornt von einem Artikel über die Kosten von Suchmaschinenoptimierung, den Johannes in seinem Blog eingestellt hat, möchte ich nun auch meinen kleinen Beitrag dazu leisten, ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen und zu zeigen, was es für sinnvolle und weniger sinnvolle Methoden gibt, um in den Suchmaschinen nach vorne zu kommen.

Dabei möchte ich mich vorwiegend auf die Methoden konzentrieren, die nicht gegen die Regeln der Suchmaschinen verstoßen, aber dennoch für den Kunden nicht unbedingt eine gute Lösung darstellen.

Beginnen möchte ich mit einer Taktik, die ich vor kurzem auf einer Website eines Kollegen gefunden habe.

Branchenbucheinträge

Mit Top-Platzierungen bei Google und Co. dank seriöser Suchmaschinenoptimierung wirbt eine selbsternannte SEO-Agentur aus dem Großraum Frankfurt. Die Preise sind für den Kunden immer gleich, ganz egal, um welche Branche es sich handelt: im ersten Jahr kostet es 539,- EUR und im zweiten Jahr nur noch 300,- EUR. Das macht also für den mindestens zwei Jahre lang laufenden Vertrag eine Pauschale für die Dienstleistung des Optimierers von 839,- EUR.

Was bekommt man für 839,- EUR geboten?

Die SEO-Agentur nimmt an der eigentlichen Webseite des Kunden keinerlei Veränderungen vor, der Auftritt des Kunden bleibt somit absolut im gleichen Zustand.

Vielmehr trägt das Unternehmen seinen Kunden in ein mittelgroßes Branchenbuch ein. Es wird also auf einer starken und alten Domain eine Unterseite angelegt, die die wichtigsten Dienstleistungen oder Produkte des Kunden enthält und darüber hinaus natürlich noch die Kontaktdaten. Im Prinzip wird also lediglich ein Firmenprofil in dem Branchenbuch angelegt.

Darüber hinaus wird das Profil mit ein paar Links von anderen Webseiten oder aus Social Bookmarking-Diensten mit den entsprechenden Keywords angelinkt.

Da große, alte und gut verlinkte Domains von Google einen großen Bonus bekommen, wird die auf dem Branchenbuch angelegte neue Unterseite mit dem Firmenprofil recht gut und recht schnell bei regionalen Keyword-Kombinationen, wie “Produkt +Stadt” oder “Dienstleistung +Stadt” gefunden und damit sieht der Suchmaschinenoptimierer seine Aufgabe als erledigt an.

Ich halte also fest: 839,- EUR für einen Branchenbucheintrag und ein paar Links, die man sich auch in wenigen Minuten selbst besorgen kann und natürlich keine Garantie, dass das Firmenprofil auch wirklich gut gelistet wird.

Bewertung

Vorteile dieser Methode:

  • Da die SEO-Agentur an der Kundenwebsite keine Veränderungen vornimmt, kann dieser nichts passieren, sie kann also nicht aus dem Index fliegen.
  • Man kann unabhängig von obiger Agentur noch eine weitere beauftragen, die dann richtige Veränderungen an der Kundenwebsite vornimmt. Man ist also unabhängig, was die eigene Website betrifft.

Nachteile der Methode

  • Man muss darauf vertrauen, dass Google auch in Zukunft großen und alten Domains einen Bonus einräumt und somit die Platzierung erhalten bleibt.
  • Darüber hinaus könnte es passieren, dass Google derartige Branchenbücher, ähnlich wie Webkataloge oder Artikelverzeichnisse (und was anderes sind sie ja nicht) in Zukunft nicht mehr ganz so positiv wertet, da der Informationsgehalt in der Regel sehr gering ist.
  • In Branchen, in denen ein gewisser Wettbewerb in Sachen SEO herrscht, dürften der Branchenbucheintrag keine Chance auf eine gute Listung haben, trotz Bonus.

Meine Meinung

Zwar schadet eine solche Tätigkeit nicht, allerdings ist sie mit 839,- EUR doch viel zu teuer, zumal sie keinerlei Know-How in Sachen Suchmaschinenoptimierung voraussetzt und im Prinzip auch von jedem Praktikanten innerhalb einer Stunde erledigt werden kann. Mit seriöser Suchmaschinenoptimierung hat sowas allerdings rein gar nichts zu tun.

Frage an euch: Was haltet ihr von dieser Methode?




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Pings und Trackbacks zum Eintrag

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Kommentare zum Eintrag

Suchmaschinenoptimierung: SEO-Methoden - Teil I”



Frank

Klingt schwer nach “nem schlechten Witz mit Anlauf” - kann Deiner Meinung nur zustimmen …


Tadeusz Szewczyk

Ich sage Humbug. SEO ausserhalb der Website mit Satteliten ist prinzipiell OK aber wenn die wichtigste Seite vernachlässigt wir schneidet man sich doch ins eigene Fleisch und zieht Quasi-Kokurrenz hoch.


Daniel Rüd

[…] aber wenn die wichtigste Seite vernachlässigt wird, schneidet man sich doch ins eigene Fleisch und zieht Quasi-Kokurrenz hoch.

Bleibt die Frage, wie lange die Quasi-Konkurrenz in Form von Artikelverzeichnissen, Branchenbüchern, etc. noch so weit vorne zu finden ist.

Dass das oben beschriebene Angebot Humbug ist und nix mit Suchmaschinenoptimierung zu tun hat, ich denke, da sind wir uns alle einig. Aber es gibt leider immer wieder solche “Kollegen”, die trotz der schlechten Dienstleistung genug Leute finden, die darauf reinfallen. Das einzig gute (aus Kundensicht) daran ist, dass im schlimmsten Falle das Geld zum Fenster rausgeworfen ist, im Gegensatz zu manch anderen Spezialisten, die gegen die Richtlinien verstoßen und die Kundendomain gefährden.


Torsten

Ich glaube aber, daß so etwas auch den seriösen SEO’s schaden kann, wenn solche seltsamen Angebote sich immer mehr ausbreiten. Zum Glück sind meine Kunden bisher sehr zufrieden und finden ihre eigenen Seiten wirklich vorne und nicht nur irgendwelche Branchenverzeichnisse.


Chris

Also das beschriebene Angebot ist wirklich Humbug, wer Ahnung von dem Thema hat wird wohl kaum soviel Geld ausgeben. —> Leider haben nicht viele Ahnung ….

Also für über 800 Euro kann man sich auch echt gute Links kaufen oder einen Studenten anstellen der einen in 500 Webkataloge einträgt !

Solche Angebote schaden meinem Meinung nach dem Image seriöser Seo´s !!!


Matthias

Es lässt sich doch sofort Erkennen das es sich hierbei um keine professionelle Suchmaschinenoptimierung handelt.
Die Agentur hat wohl noch nie was von money-keys etc. gehört. Aber gut wenn sie für “Oachkatzlschwoaf” genau so viel verlangen wie für Keys aus dem Versicherungsbereich etc. ist das ihre Sache. Seriös sieht anders aus.


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