Daniel Rüd

Was kostet eine Homepage?

Diese Frage habe in letzter Zeit sehr oft gehört, wenn ich mit jemanden über meine Selbständigkeit gesprochen und erzählt habe, dass ich Webdesign und Beratung zum Thema Suchmaschinenmarketing anbiete. Auch die E-Mail-Anfragen, die mich über die eigene Firmenwebsite erreichen, haben diese Frage zum Inhalt.

Eigentlich lässt sich die Frage gar nicht pauschal beantworten….

Was würde ein Autoverkäufer antworten, wenn ich ihn frage: “Was kostet ein Auto?”, was ein Immobilienmakler auf die Frage: “Was kostet ein Haus?”

Ohne zu wissen, ob es ein Gebraucht- oder Neuwagen sein soll, ohne die Marke, ohne die Stärke des Motors, usw. lässt sich wohl keine vernünftige Aussage treffen.

Macht man dies seinem Gegenüber klar, kommt in den meisten Fällen eine Klarstellung in die Richtung gehend, dass man eigentlich nur ein paar Webseiten bräuchte, in denen das Unternehmen kurz vorgestellt wird. “Nix Wildes” sozusagen.

Solche “Websites” bezeichne ich dann immer gerne als digitale Visitenkarten, denn mehr sind sie wirklich nicht. Die Frage ist aber, lohnt es sich, für eine solche Seite überhaupt Geld auszugeben? Ein eingescannter Flyer als PDF zum Download wäre doch mindestens genauso zweckmäßig. Darüber hinaus bieten die meisten Provider ohnehin seit geraumer Zeit bereits Homepagebaukasten an, die es einem ermöglichen, ohne jede Kenntnis eine kleine Homepage per Mausklick zu erstellen. Für den Zweck einer Webvisitenkarte ist das in meinen Augen völlig ausreichend.

Individuelles Webdesign wäre für einen solchen Internetauftritt unangemessen teuer und deshalb herausgeworfenes Geld. Sinnvoller investiert wäre es dann in einem hervorgehobenen Eintrag in den Gelben Seiten oder einer Anzeige in der regionalen Presse.

Eine Homepage darf nicht nur kosten, sie muss auch wieder Geld einbringen!

Damit ein Internetauftritt auch erfolgreich ist und dem Unternehmen mehr Kunden und somit mehr Umsatz beschert, bedarf es einer umfangreicheren Seite als nur der reinen Unternehmensdarstellung. Will man nämlich über das Internet neue Kunden gewinnen, muss man vor allem eines: ihnen erst einmal Informationen bieten. Surfer, die im Web unterwegs sind, suchen in der Regel nach Informationen und viel weniger nach konkreten Anbietern.

Um ein Beispiel zu nennen: wenn jemand über seine Webseite Brennholz verkaufen will, reicht es nicht nur aus, zu sagen “ich verkaufe günstig Brennholz”. Der Anbieter muss seinen Internetauftritt so gestalten, dass die Informationsvermittlung im Vordergrund steht. Dazu gehören Vergleiche zwischen Öl und Holz allgemein (Brennwert/Kosten), dazu gehören Informationen, welche verschiedenen Arten von Holz man beziehen kann, dass man das Holz evtl. erst selbst hacken und trocknen muss, usw.
Erst ganz zum Schluss kommt die Information, dass es bei dem Anbieter das Holz bereits komplett getrocknet und gesetzt auf Europaletten gibt, dass es direkt nachhause geliefert wird und somit sofort einsatzbereit ist.

Eine solche Internetpräsenz ist natürlich nicht mit ein paar einzelnen Seiten erledigt, sondern bedarf auch umfangreichen aber trotzdem leicht verständlichen Texten.

Der Zeitaufwand für eine solche Seite ist zwar sehr hoch und damit auch nicht gerade billig, aber nur so kann sich die Investition auch wirklich auszahlen: zum einen entsteht bei den Kunden der Eindruck, dass sie in guten und kompetenten Händen sind, zum anderen wird solch eine umfangreiche Seite mit vielen Texten auch ohne große Anstrengung von den Suchmaschinen mit guten Platzierungen belohnt, was wiederum mehr neue potentielle Kunden auf die Seite lockt.

Für einen seriösen Firmenauftritt im Internet kann es deshalb nur den zuletzt beschriebenen Weg geben und dieser lässt sich nun einmal nicht für ein paar hundert Euro realisieren.

Ich sage deshalb: lieber ein paar Tausender ausgeben und viel mehr Geld wieder einnehmen, als ein paar Hunderter zum Fenster hinauswerfen!
;-)
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Veröffentlicht: Donnerstag, den 9.Februar 2006

Kommentare zu diesem Blogposting

  1. 14. August 2006, 14:54 Uhr

    Andreas Ruthardt

    mal wieder was gelernt!
    Deine Ausführung zu den Kosten einer Homepage hat mich doch sehr nachdenklich gemacht. Aber ich glaube, dass ich zumindest jetzt etwas “mitnehmen” kann. Danke für die Anregungen. ein “digital Visitenkarten-bastler”

  2. 14. August 2006, 14:55 Uhr

    Die Copyhexe Simone Laub

    Programmierung ist sekundär, nicht egal.
    Lieber Daniel, schöne Site hast Du da. Zu deinem Link-Komentar auf meinen Artikel: NIE würde ich behaupten, Programmierung sei egal. Hab ich auch nicht, aber sie ist sekundär und kommt im Projektablauf nach der strategischen Ausrichtung des Inhalts. Wenn der Inhalt stimmig strukturiert ist, DANN wird die Programmierung sogar superwichtig. Mit Frames, Flash und u.U. auch Tabellen kommt man eben nicht mehr weit heute. Bei Frame-Auszeichnung nutzt einem ja auch der tollste Content nix mehr. “Sekundär” war tatsächlich auf Zeit und Reihenfolge bezogen und wenn ich sage, dass die Programmierung dem Inhalt folgen sollte, kannst Du mir bestimmt zustimmen, oder?? Zauberhafte Grüße und weiterhin viel Erfolg, die Copyhexe

  3. 14. August 2006, 14:56 Uhr

    Daniel Rüd

    @Simone
    Auf deine Seite -und somit auch auf deinen Artikel- bin ich über einen Foreneintrag bei OpenBC gekommen. Ich fand den so klasse, dass ich ihn unbedingt verlinken musste. ;) Über den Kommentar möchte ich nicht streiten, ich hab ihn entsprechend geändert. Ich denke, wir sind uns einig: wer nichts zu sagen hat, braucht auch keine Website und wer viel zu sagen hat, braucht jemand, der die Website auch so erstellt, dass die vielen Texte auch jedermann und jeder Maschine zugänglich sind.

 

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