Daniel Rüd

Besucherzahlen meiner privaten Website

Heute habe ich einmal die WebStatistik von Schlund & Partner genauer betrachtet, weil mich die Besucherzahlen dieser Website interessiert haben. Sie ist identisch mit der 1&1 WebStatistik, allerdings mit dem Vorteil, dass man bei Schlund kein Tune-Up-Paket braucht, um die Statistiken schneller einsehen und um die Suchbegriffe auswerten zu können, über die die Besucher auf die eigene Website gelangen.

Hier meine Erfahrung mit der WebStatistik:

Eigentlich lesen sich ja die Zahlen wirklich toll. Möchte man z.B. die Besucheranzahl der Domain “www.danielrued.com” vom 1.1.2006 bis heute wissen, kommt man auf sage und schreibe 137.496 eindeutige Besucher. Für eine private Homepage echt der absolute Hammer; es entspricht immerhin einem Schnitt von 2.644 Besuchern pro Tag. In Bildern stellt sich das Ganze wie folgt dar:

Auch die Seitenaufrufe -meistens PageImpressions genannt- sind mehr als beachtlich. Insgesamt 515.942 Aufrufe, ein Schnitt von fast 10.000 pro Tag. Da staunte ich nicht schlecht, als ich folgendes Bild sah:

Problem: Logfiles als Datengrundlage

Allerdings kommt man, wenn man sich die Datengrundlage mal genauer vor Augen führt auf den Boden der Tatsachen zurück. Als Berechnungsgrundlage benutzt die WebStatistik die Logfiles des Apache-Webservers. Ein Besucher wird dann gezählt, wenn ein Zugriff auf eine nicht-Bilddatei erfolgt und ein Rückgabewert von 200 (OK) oder 304 (Not Modified) gesendet wurde. So gesehen dürften meines Erachtens damit auch nur die Aufrufe gezählt werden, die auch wirklich eine Webseite meiner Präsenz aufgerufen haben. Mein Mod-Rewrite habe ich nämlich so eingestellt, dass die entsprechenden Fehlercodes gesendet werden, wenn die Seiten nicht verfügbar sind. Was aber bei solch einer Verfahrensweise bedacht werden muss: in den Logfiles werden auch die Zugriffe von Suchmaschinen-Robots protokolliert, so dass diese ebenfalls als Besucher gezählt werden. Darüber hinaus kommen die Crawler der Suchmaschinen bekanntlicherweise nicht mit nur einer IP und über den Tag verteilt, so dass bei einer Reload-Sperre von 30 Minuten sehr viele Besucher gezählt werden, obwohl es nur ein einziger Besuch einer Suchmaschine war.

Diese Problematik war mir schon vorher bewusst, weshalb ich auch die kompletten IP-Ranges der drei Großen (Google, Yahoo und MSN) bei meiner eigenen Log-Statistik herausfiltere. Dass es aber einen so großen Unterschied macht, wie in der folgenden Grafik zu sehen ist, hätte ich auch nicht gedacht:

Großteil der “Besucher” sind Roboter

Insgesamt sind somit 42% der gesamten Besucher in Wirklichkeit nur Suchprogramme von den drei großen Suchmaschinenbetreibern. Der Microsoft-Bot trägt dazu gerade einmal 2% bei, Marktführer Google gute 12% und der Spitzenreiter (wenn auch nur beim Crawlen) Yahoo satte 28%.

Das bedeutet natürlich, dass ich von meinen eingangs genannten 137.496 Besuchern schon gleich einmal 42% abziehen kann; macht dann nur noch rund 80.000 insgesamt bzw. 1.533 im Schnitt pro Tag. Im Vergleich zu meiner eigenen Protokollierung mit 24h IP-Sperre ist das zwar immer noch etwas mehr, aber doch schon annähernd genau.

Wer also verlässlichere Zahlen haben will, muss mehrere Auswertung der WebStatistik miteinander kombinieren. Eine klare Schwäche meiner Meinung nach. Vielleicht sollte man an diesem Punkt nochmal genauer nachdenken, denn zumindest die IP-Adressbereiche der großen Suchmaschinen könnte man einfach herausfinden und somit auch einfach herausfiltern. Es würde die Aussagekraft der Besucherzahlen doch deutlich verstärken.

Miserable Auswertung der Suchbegriffe

Ein weiteres dickes Minus verdient die Auswertung der Suchbegriffe. Diese ist bei der 1&1 WebStatistik nur gegen rund 5,- EUR Aufpreis pro Monat möglich; eine Investition, die sich in meinen Augen überhaupt nicht lohnt, denn zu sehen gibt es nur eine Liste mit einzelnen Suchbegriffen. Das bedeutet: wenn jemand nach einer Keyword-Kombination, wie z.B. “Private Homepage” sucht, werden in der Auswertung zwei Suchbegriffe einzeln gezählt, nämlich “private” und “homepage”.

Die Top 3 der Begriffe sind bei mir: “Homepage” auf Platz 1 (3.028x), “Fachinformatiker” auf Platz 2 (2.888x) und “Private” auf Platz 3 (2.751x). Daraus lässt sich aber nichts ableiten, denn ich weiß nicht, ob die Besucher nur “Homepage” eingeben haben, oder Kombinationen daraus, wie beispielsweise “Private Homepage”, “Fachinformatiker Homepage”. Auch sind andere Kombinationen denkbar: “Private Bilder(=Platz 4)”, “Private Fotos(=Platz 9)” oder “Fachinformatiker Einstellungstest(=Platz 8)”, etc.

Hier hat man sich bei 1&1 bzw. Schlund&Partner keinerlei Mühe gemacht bei der Erstellung. Das kann man schon alleine daran erkennen, dass in der Liste auch folgende “Suchbegriffe” auftauchen: link, related, allinurl, allinanchor, etc. Wer sich mit den Google-Funktionen ein wenig auskennt, der weiß, dass dies keine Suchbegriffe sind. An dieser Stelle sollte man noch einmal sich hinsetzen und nachbessern, denn diese Art der Auswertung ist meines Erachtens vergeudete Rechenleistung.

Fazit
Als kostenloses Zusatzfeature ist die WebStatistik durchaus ganz nett. Wie allerdings 1&1 dazu kommt, für die wenigen (nutzlosen) Features, wie zeitnahe Auswertung, Pfade und Suchmaschinen, etc. Geld zu verlangen, bleibt mir allerdings ein Rätsel.

Veröffentlicht: Dienstag, den 21.Februar 2006

 

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